Warum rede ich nur so unfassbar gerne?

Vielleicht weil ich als Kind sehr schüchtern war. Das glaubt mir heute ja keiner mehr. Aber so war es. Und jeder Schritt raus aus der Komfortzone kostete unglaublich viel Überwindung. 

Bei meinen ersten Reden konnte ich Tage vorher nicht schlafen. Aber ich liebte es, Menschen Geschichten zu erzählen und Botschaften zu vermitteln. Und ja, ich liebe es auch, Menschen zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Oder auch zum Weinen. Oder zu verstören. Je nach Anlass…

Vermutlich rede ich deshalb so gerne, weil ich es mir hart erarbeiten musste. Weil mir jedes Sprechen vor Menschen schlaflose Nächte beschert hat. Weil ich es heute einfach genießen kann. 

Doch der Anstoß, das Ganze beruflich zu machen, erfolgte von Seiten der Brautpaare, die mich baten “einzuspringen”, wenn keiner der freien Theologen ihren Vorstellungen entsprach oder nicht mehr verfügbar war. So kam ich zu meinen ersten freien Zeremonien. Obwohl ich vorher schon dutzende kirchliche und freie Trauungen gesehen hatte, war es eine echte Herausforderung für mich, selbst eine solche Zeremonie zu leiten. Doch meiner Meinung nach sind solche Gelegenheiten im Leben dazu da uns weiterzuentwickeln.

Nach und nach kamen die Trauerreden dazu, dann die Moderationen. Und tatsächlich erst als letzter Schritt die Bühne. Auch da habe ich mich vom Poetry Slam erst nach und nach vorgewagt zu Stand Up und Kabarett.

Eines haben all diese Anlässe gemeinsam: Dass es mich erfüllt, Menschen mit meinen Worten zu erreichen.