Viele Kollegen haben Theologie studiert, und einige von ihnen waren auch im Kirchendienst tätig. Ich dagegen habe Philosophie studiert, was mich mit vielen unterschiedlichen Weltanschauungen vertraut gemacht hat und mir dabei hilft mich offen und unvoreingenommen mit den Einstellungen und Überzeugungen meiner Brautpaare auseinanderzusetzen.

Aber die Freien Theologen sind bei weitem keine homogene Masse. Es gibt jene, die genauso unvoreingenommen auf die Wünsche der Brautpaare eingehen wie ich es tue. Aber es gibt natürlich auch solche, die mehr oder minder eine Kopie eines kirchlichen Traugottesdienstes anbieten und an diesem Ablauf auch festhalten. Teilweise tragen sie auch einen Talar. Das finde ich persönlich recht befremdlich.

Zum einen käme es mir falsch vor, als nicht von der Kirche Berufener einen solchen Gottesdienst durchzuführen. Ich wäre dann kein Redner mehr, sondern ein Schauspieler, der einen Pfarrer mimt. Und dafür bin ich mir dann doch zu schade. Zum anderen habe ich selbst bisher noch kein Brautpaar erlebt, dass mich darum gebeten hat einen kirchlichen Ablauf exakt nach Vorgabe einzuhalten oder gar einen Talar zu tragen.

Aber: Offenbar gibt es auch dafür eine Nachfrage, und das ist ja gut so. Der alte Spruch von Topf und Deckel kommt mir da in den Sinn.

Ob nun Freier Redner oder Theologe: Meist zählt dann eben doch, dass man sich sympathisch ist und gemeinsam die Zeremonie planen und gestalten möchte, und nichts anderes.

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